Akuter Hexenschuss
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Anamnese:
Ein 49-jähriger Mann stellte sich bei mir mit schmerzverzerrtem Gesicht in deutlich vorgebeugter Haltung vor. Er berichtete von seit 4 Tagen stetig zunehmenden Rückenschmerzen die gestern ihr Schmerzmaximum erreicht hätten.
Aufgrund der Schmerzen sei er am Vortag in der Notaufnahme des Krankenhauses gewesen, wo ihm starke Schmerzmittel (Opiate) und Muskelrelaxantien (Ortoton) verschrieben wurden. Die dadurch erhoffte Besserung blieb allerdings aus. Auf Nachfrage verneinte der Patient die Existenz chronische Vorerkrankungen und versicherte bisher in seinem Leben noch nie zuvor an Rückenschmerzen gelitten zu haben.
Er arbeite als Installateur in einer kleinen 6-köpfigen Firma und stand zu dieser Zeit unter hohem Zeit- und Leistungsdruck. Der sichtlich schmerzgeplagte Mann schaute mich verzweifelt an und bat mich um eine schnelle Hilfe, da er am Folgetag unbedingt wieder zur Arbeit gehen zu wollte. Er fragte explizit nach einer Spritze, Cortison oder noch stärkeren Schmerzmitteln.
Untersuchungsbefund:
Komplett verhärtete Rückenmuskulatur mit ausgeprägter Muskelsteifigkeit.
Röntgenologischer Befund:
Muskulär bedingte Fehlstellung sowie arthrotische Veränderungen als Zeichen einer chronischen Überlastungsreaktion.
Gestellte Diagnose:
Akuter Hexenschuss
Therapie:
Es erfolgte ein ausführliches Arzt – Patienten – Gespräch mit Thematisierung individuell bestehender Krankheits- und Belastungsfaktoren. Auf die Bitte des Patienten nach einer schnellen Symptombekämpfung erklärte ich dem Patienten, dass ich als ganzheitlicher Arzt einen anderen Ansatz verfolge.
Ich teilte ihm mit, dass mir sein langfristiges Wohl am Herzen liegt und mir dieses wichtiger erscheint als eine lediglich vorübergehende Schmerzlinderung. Ich riet ihm dazu, seine langfristige Gesundheit nicht für einen kurzen Effekt aufs Spiel zu setzen und schlug ihm deshalb eine andere Vorgehensweise vor.
Der Patient zeigte sich einsichtig. Nachdem er die Hintergründe und Zusammenhänge seiner Erkrankung zu verstehen begann, entschieden wir uns gemeinsam für ein medikamentenfreies, ganzheitliches Therapiekonzept.
Verlauf:
In einer, nur wenige Tage darauf stattgefundenen Verlaufskontrolle berichtete der Patient bereits über eine deutliche Schmerzreduktion. Er fühle sich schon viel besser und verstehe nun auch, die Gründe für das Auftreten seiner Beschwerden. Nach insgesamt einer Woche war er wieder vollständig beschwerdefrei und arbeitsfähig.





